Kom

Ich. Hier. Im Spiegel mit zwei Seiten.

Wettbewerbsbeitrag für die KZ- Gedenkstätte Sachsenburg - Ehemalige Kommandantenvilla

Um bestimmte Blickbeziehungen besonders hervorzuheben, werden große Spiegel aufgestellt, die einen in die Blickbeziehung einbinden und somit ein stärkeres Bewusstsein für seine eigene Anwesenheit geschaffen.

Der Ort kann durch die besondere räumliche Perspektive besser reflektiert werden. Zudem wird der Blickwinkel geändert, wodurch dieselben Objekte anders erscheinen.

Der Spiegel gibt die ursprüngliche Form der teilweise rückgebauten Kommandantenvilla wider und zertrennt sie mittig, er ist zweiseitig konzipiert – mit einer schwarzen, sowie einer silbernen Spiegelfläche. So schafft er einen Gegensatz: In der hellen Seite sehen wir uns der Verantwortung und Empathie der Opfer gegenüberstehend; die dunkle Seite erinnert uns daran, dass wir alle das Potential haben, zu Tätern zu werden, und dass es unsere gemeinsame Aufgabe ist, das zu verhindern.

Die verbliebenen Teile der alten Kommandantenvilla sind begehbar und bieten die Gelegenheit, sich auch im Gebäude selbst, in der direkten Umgebung und Rolle von Opfer und Täter, widerzuspiegeln.

Im Untergeschoss ist eine multimediale Bespielung durch Lichtprojektionen und Sound vorgesehen, die in Ergänzung zur ansonsten analogen Konzeption eine weitere Erfahrungsebene bildet.

DER RAUMBEZUG

Ausgehend von der Mittweidaer Str. ,wo sich momentan die Besucherparkplätze für das Areal befindet, ist der Weg bis hin zum ehemaligen Appellplatz durchgängig asphaltiert. Wenn man sich vom Appellplatz weiter in Richtung Sportplatz begibt ändert sich der Belag in einen Schotterweg. Um die ehemalige Kommandantenvilla besser an das restliche Ensemble anzubinden führt zukünftig ein breiter asphaltierter Weg von Appellplatz zur Villa. Dieser Weg führt immer schmäler werdend südliche an der Villa vorbei, umschlingt diese und endet am Mühlengraben. Durch die „umschlingende“ Wegführung blickt der Besucher automatisch in jede Richtung, bevor er über eine barrierefreie Rampe in die Villa hinein geleitet wird.

Durch das Umrunden erschließen sich somit alle wichtigen Blickbeziehungen schon vor Betreten der Villa. Beginnend mit der ehemaligen Sportplatz, der Schießalge und endend mit dem Mühlengraben. Gleichzeitig erhält der Besucher unterschiedliche Blickwinkel auf die Villa bevor er diese betritt. Insgesamt intensiviert er dadurch die Auseinandersetzung mit dem Ort, bevor er die Villa betritt.

Um bestimmte Blickbeziehungen besonders hervorzuheben, werden große Spielgel aufgestellt die einen in die Blickbeziehung einbinden und somit ein stärkeres Bewusstsein für seine eigene Anwesenheit geschaffen. Der Ort kann durch die besondere räumliche Perspektive besser reflektiert werden. Zudem wird der Blickwinkel geändert, wodurch die selben Objekte anders erscheinen.

Gezielte Baumneupflanzungen sollen zudem die Raumwirkung verbessern. Sie kaschieren die unwesentliche Blickbeziehung in Richtung Fussball-Vereinsheim und stärken somit die optische Beziehung in Richtung des Fabrikgebäudes/Appellplatzes.

 

DER SPIEGEL

Im Grunde ein Werkzeug um sich selbst zu reflektieren. Er entfaltet ein Netzwerk von Relationen zwischen dem Selbst und dem Spiegelbild, zwischen dem Selbst und der Umgebung, die der Spiegel reflektiert.

Er verändert die Perspektive und schafft einen Blick von außen auf einen slebst.

Wer bin ich im Geflecht der Welt? Im Falle der Kommandantenvilla nimmt der Besucher sich selbst in diesem Ort wahr. Der Spiegel konfrontiert mit der Frage: Wer ist es, der hier steht? Wer bin ich? Und welche Verantwortung habe ich gegenüber der Geschichte, die das Gebäude repräsentiert? Ich sehe mich an diesem Ort und werde dazu aufgefordert zu fragen: Wie kann das, was hier geschehen ist, nie wieder passieren? Was kann ich als Handelnder unternehmen, damit sich so etwas nicht wiederholt? In dem Moment, in dem ich mich im Spiegel bewege und mich dabei sehe – mein Gesicht verdeckt durch unzählige, auf Augenhöhe gravierte Namen der ehemaligen Inhaftierten – wird mir klar: alles hat Wirkung. Mein Handeln hat Konsequenzen. Was kann ich aus der Geschichte des Ortes lernen, an dem ich stehe? Und wie kann ich mich in Konsequenz dessen verhalten? Ich als Teil dieses Ortes: das KZ Sachensburg ist Teil unserer, auch meiner Geschichte. Mit dieser Vergangenheit muss ich, müssen wir uns alle konfrontieren.

Der Spiegel gibt die ursprüngliche Form der teilweise rückgebauten Kommandantenvilla wider und zertrennt sie mittig. Er zerschneidet Sie im Herzstück, dem ehemaligen Herrenzimmer. Er teilt des Gebäude in zwei Hälften – die helle Seite mit Eingang und ehemaligem Wohnzimmer sowie die dunkle, vom Ensemble abgewandten Seite mit dem Casino und dem Zugang zum Keller. Er ist zweiseitig konzipiert – eine schwarze und eine silberne Spiegelfläche. So schafft er einen Gegensatz: In der hellen Seite sehen wir uns der Verantwortung und Empathie der Opfer gegenüberstehend; die dunkle Seite erinnert uns daran, dass wir alle das Potential haben, zu Tätern zu werden, und dass es unsere gemeinsame Aufgabe ist, das zu verhindern. Durch die umschlingeden Wegeführung wird der Besucher automatisch mit der schwarzen und der silberen Spiegelfläche konfrontiert.

 

DER ÜBERGANG

Um den historischen Übergang von Appellplatz au Kommandantenvilla trotz gleichem Belag bewusst zu machen, wird das historische Zugangstor durch ein Stelenensemble as dibe tonstelen erlebbar gemacht.
Aus einer dieser Stelen entspringt ein kleiner Wasserfall, gempelt durch Wasser aus dem Mühlengraben. Der Wasserfall führt über eine Mulde zurück in den Mahlgraben. Auf diesem Weg rahmt er die gesamte asphaltierte Fläche. Da der Wasserlauf 5 Seitenamen immer mehr an Wasser verliert, wird ihm auf dem Weg zum Ziel die gesamte Energie genommen, sodass das Wasser nie im Mühlgraben ankommt: Dies soll symbolisieren, dass alle 5 Kommandanten die im KZ Sachsenburg eingesetzt waren die Kraft der Gefangenen entzogen haben und sie somit an ihrem freien Zielerreichen gehindert haben.

DIE AUSSENRÄUME

Um die Villa freizustellen und vor zukünftigem Einwachsen zu schützen, wird der Belag an sie herangeführt. Im direkten Anschluss an die Villa wird hierfür Asphaltbruch verwendet. Dieser symbolisiert sowohl Zerstörung die von der Kommandantenvilla ausging, stetit gleichzeitig aber auch eine Barriere und somit gewisse Abschottung dar. Dieser Bereich befindet sch ca 40 cm tiefer als der Asphaltweg bleibt nach einer Hochwasser geflutet. Somit entstefit hier eine temporäre Spiegelfläche.
Überwunden werden kann diese Fläche über die rückseitig befindliche Rampe oder den Steg auf der Vorderseite. Beide bestehen aus schlichten, kostengünstigen aufgesötberten Stahlrahmengestellten mit verzinkten Abdeckgittern.
Die Rampe lässt den Betrachter bewust den Weg um die Vila zu nehmen, sodass er sowohl die helle als auch die dunkle Spiegelfläche entdecken kann und somit mit ihren Bedeutungen konfrontiert wird.

Das einzige noch erhaltene Element im Außenraum, der Brunnen, wird mit einer Spiegelfläche abgedeckt. In diese Fläche wird die Karte des Deutschen Reiches und die Standorte der ehemaligen Hauptlager graviert.Dadurch kann die Bedeutung des frühen KZ Sachhsenburg als Ausbilderstätte verdeutlicht werden.

Direkt am Mühlengraben wird ein kleines Podest angebracht, von welchem aus man auf einen Spiegel im Mühlengraben blicken kann. Man befindet sich in der Sackgasse und es bleibt der Blick auf sich selbst.

Architektur: m.ing.a • Karin Klein + Alexandra Bayer

Kunst: Leon Eixenberger

Landschaftsplanung: Lucas Reyer

Licht: luxophil lighting • Kathrin Rohr

Innenarchitektur: Jasmin Hirschbach, Flora Immler